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Die Ära "Freddie Kitchens" beginnt

Wir schreiben den 23.12.2018. Week 16, die Cleveland Browns empfangen im heimischen First Energy Stadium den Rivalen aus Cincinnati. Wir befinden uns im zweiten Viertel, erster Versuch und zehn Yards zu gehen. Ballbesitz für die Browns. Der Ball geht zu Baker Mayfield, der eine Übergabe zu Breshad Perriman antäuscht, den Ball aber stattdessen an Wide Receiver Antonio Callaway übergibt. Dieser wirft ihn kurz weiter auf Star-Receiver Jarvis Landry. Anstelle eines Laufs wirft Landry den Ball aus der eigenen Hälfte, auf Höhe der 25 Yard-Linie bis an die gegnerische 30 Yard-Linie, wo er von Breshad Perriman aus der Luft gepflückt wird und bis kurz vor die Endzone der Bengals getragen wird. 
Es sind Plays wie Diese, die Freddie Kitchens im Handumdrehen zu einem hervorragenden Offensiv-Koordinator gemacht haben und ihm letztlich den Posten des Head-Choaches der Cleveland Browns beschert hat. Am vergangenen Samstag haben die Browns offiziell verkündet, was bereits mehrere Tage zuvor von Insidern und Experten verbreitet wurde: Freddie Kitchens wird der 17. Cheftrainer der Cleveland Browns. Doch so selbstverständlich, wie diese Entscheidung im Nachhinein vielleicht klingen mag, war sie keinesfalls. Mehrere namenhafte Kandidaten wurden zum "Bewerbungsgespräch" eingeladen, bei vielen wäre ein Engagement durchaus denkbar gewesen. Doch wie so oft im Leben, konnte auch hier nur ein Bewerber als Sieger hervorgehen.

Den Anfang machte Interim-HC Gregg Williams. Das Defensiv-Genie übernahm die Browns nach der Doppelentlassung von Ex-Chef Hue Jackson und Ex-Offensiv-Koordinator Todd Haley und stieg vom Defensiv-Koordinator zum Cheftrainer auf. Bei einer Bilanz von zwei Siegen, fünf Niederlagen und einem Unentschieden schien alles auf eine erneut enttäuschende Saison hinzudeuten. Doch unter Williams hörte die Misere endlich auf, die Browns holten aus den vergangenen acht Spielen ganze fünf Siege, unter anderem gegen die beiden Ex-Super Bowl-Teilnehmer aus Atlanta und Carolina. Für viele Fans war schnell klar, dass an einer Dauerlösung Gregg Williams kein Weg vorbei führte. Dennoch schien es so, als stünden die Chancen auf einen langfristigen Verbleib von Anfang an sehr schlecht. Die Defensive war statistisch gesehen wieder eine der schlechtesten der NFL, trotz Spielern wie Myles Garrett, Denzel Ward, oder Jamie Collins. Lediglich bei den Turnovern, also abgefangenen Pässen und eroberten Bällen, war ein deutlicher Aufschwung zu erkennen. 
Auch deshalb folgten weitere Interviews mit anderen Trainern. Eine überhastete und unüberlegte Entscheidung sollte es unter Manager John Dorsey nicht geben. So verwunderte es niemanden, dass im Anschluss an Williams noch Gespräche mit Jim Caldwell, ehemals Detroit Lions, Minnessotas Offensiv-Koordinator Kevin Stefanski, Dan Campbell von den New Orleans Saints, dort zuständig für die Tight Ends, New England Patriots Defensiv-Coach Brian Flores, Matt Eberflus, Defensiv-Koordinator der Indianapolis Colts und schließlich Freddie Kitchens, der unter Gregg Williams als Interim-Offensiv-Koordinator gearbeitet und eine nahezu harmlose Offensive in ein wahres Feuerwerk an Effektivität verwandelt hat. 

Nachdem alle Interviews getätigt waren und die Spekulationen bei Fans und Medienvertretern kein Ende nahmen, war es schließlich Top-Insider Ian Rapoport, der vermeldete, dass Freddie Kitchens einen hervorragenden Eindruck bei seinem Interview hinterlassen hat und die Browns mit ehemaligen Weggefährten Kitchens' Kontakt aufegnommen haben um weitere Informationen einzuholen. Zeitgleich erreichte uns die Information, dass Kevin Stefanski ein zweites Mal zum Gespräch mit den Verantwortlichen nach Cleveland eingeladen wurde. Ab diesem Zeitpunkt war es ein Zweikampf um den Cheftrainerposten, der jedoch noch am selben Tag ein Ende fand, als die Information, dass Freddie Kitchens neuer Head-Coach der Browns wird, publik wurde. Sämtliche Experten und Insider bestätigten diese Meldung, weshalb man sich des Wahrheitsgehalts derer sehr sicher sein konnte. 

Am heutigen Montag war es dann soweit und der neue Head-Coach der Cleveland Browns wurde im Presseraum des First Energy Stadiums offiziell vorgestellt. Dazu die wichtigsten Aussagen:

John Dorsey über den Prozess der Trainersuche und die Entscheidung für Freddie Kitchens:

"Wir könnten nicht zufriedener mit dem Prozess und seiner Entfaltung sein. Wir waren gut organisiert und sehr effizient bei der Suche. Deshalb sind wir genau dort, wo wir heute sind. [...] Wir waren in der Lage, hochqualitative Kandidaten auszusuchen, die die entscheidenden Kriterien erfüllen, nach denen wir gesucht haben. [...] Wir alle hatten das Gefühl, dass Freddie der Richtige für dieses Team ist um es nach Vorne zu bringen. [...] Freddie hat einen herausragenden Job in den letzten Spielen gemacht. [...] Ich bin sehr erfreut mit Freddie Kitchens zusammen zu arbeiten."


Freddie Kitchens über seine neue Aufgabe als Head-Coach:

"Ich wollte mich unbedingt mit den anderen Kandidaten, die diesen Job wollten, messen. Und ich wollte diesen Job, [...] obwohl mir meine Töchter zeigen mussten, wie man die Powerpoint-Präsentation erstellt. [...] Ich möchte, dass jeder weiß, dass ich glaube, dass die Verantwortlichen die richtige Entscheidung getroffen haben. [...] Es macht mich wahnsinnig, dass Einige mit der 7-8-1 Bilanz zufrieden sind. Das Ziel ist, die Lombardi-Trophy hochzustemmen. [...] Ich war schon im Super Bowl und habe verloren, in dieser Position möchte ich nicht noch einmal sein. [...] Ich werde die Plays in der Offensive selber ansagen. [...] Wir werden erfolgreich sein. "

Nachdem sich also das Komitee, bestehend aus Chris Cooper (Vizepräsident für die Football Administration), Jimmy und Dee Haslam (Besitzer des Teams) und dem Management um JW Johnson, Paul DePodesta, Berry Wolf, Alonso Highsmith und GM John Dorsey, auf einen neuen Cheftrainer einigen konnten, wurden heute ebenfalls die neuen Mitglieder des Trainerstabs bekanntgegeben. Dazu zählen Steve Wilks als neuer Defensiv-Koordinator, Todd Monken, der den Posten des Offensiv-Koordinators übernimmt, Mike Priefer für die Special-Teams, Stump Mitchell für die Runningbacks, James Campen für die O-Line, Ryan Lindley als Quarterback-Trainer, Jody Wright als Assistenztrainer, sowie Jim Dray und Tyler Tettleton als Co-Trainer für die Offensive. 


Zum neuen Trainerstab wird es in den nächsten Tagen noch einmal einen Beitrag geben. Für heute soll es das erstmal gewesen sein. Der erste, richtige Beitrag ist verfasst und direkt mal in aller Ausführlichkeit online gegangen. Ich hoffe, das Lesen hat Spaß gemacht und ihr freut euch genau so wie ich auf die nächsten Artikel. 

Bis dahin,

Kevin