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Super Bowl! Und super enttäuschend...

Endlich kann ich mich wieder an dieser Stelle melden. Leider musste ich die vergangene Woche krank zuhause verbringen und konnte mich keinem neuen Artikel widmen. Doch Gott sei Dank bin ich rechtzeitig zum Großereignis Super Bowl fit geworden, sodass ich kurz auf das eingehen kann, was uns heute Nacht erwartet. 
Doch zunächst ein kurzer Rückblick auf die "NFL Honors"-Awards. Die besten und wertvollsten Protagonisten wurden hierbei ausgezeichnet und geehrt. 
In diesem Jahr war vor Allem Patrick Mahomes der große Gewinner. Der Quarterback der Kansas City Chiefs wurde als bester Offensivspieler ausgezeichnet und erhielt zudem den Award als "Most Valuable Player", also als wertvollster Spieler der gesamten Liga. Er ist damit der jüngste MVP seit einem gewissen Dan Marino. 
Auch aus Browns Sicht durfte man sich berechtigte Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen, war doch Baker Mayfield als bester Offensiv-Rookie nominiert. Und nachdem sich der junge Spielmacher ganze sieben Mal Rookie of the Week nennen durfte, war er völlig berechtigt der Topfavorit auf den Titel. Doch nachdem sich New York Giants Running Back Saquon Barkley bereits beim Fanvoting für den Rookie des Jahres durchgesetzt hatte, ging auch der "große" Award an den #2-Pick vom Big Apple. Und keine Frage, Barkley hat eine fantastische Saison hinter sich. 1307 Rushing-Yards und insgesamt 15 Touchdowns verbuchte er in seiner Premierensaison. ABER: Hat das die New York Giants wirklich voran gebracht? Eine Bilanz von 5-11, das sechstschlechteste Team der gesamten Liga, keine Chance auf eine Playoffteilnahme gehabt. 
Vergleichen wir diesen Impact mit dem von Mayfield in Cleveland, stellen wir fest, dass die Browns dank ihres Quarterbacks vom 32. auf den 17. Rang der Ligatabelle gewandert sind. Bis in Week 16 hatte man die (theoretische) Chance, an den Playoffs teilzunehmen. Von null siegen verbesserte man sich auf Sieben. Alle unter der Regie von Baker Mayfield. 
Seine persönlichen Stats können sich ebenfalls sehen lassen. 3725 geworfene Yards, 27 Touchdowns, mit denen er den Rekord für die meisten Touchdowns als Rookie von Russel Wilson und Peyton Manning gebrochen hat und das bei weniger Starts. Dazu kommt ein Quarterback-Rating von 93.7 und einer Wurfquote von 63.8 Prozent. 
Bei allem Respekt vor Saquon Barkley, wer eine derart erfolglose Franchise aus der ewigen Sieglosigkeit holt, dabei Rekorde bricht und das in seinem ersten Jahr schafft, der gehört als Rookie of the Year ausgezeichnet. Jeder weiß, wie groß die Sorgen und Probleme der Browns waren, bis Baker Mayfield kam. Von daher ist es aus Fan-Sicht eine große Enttäuschung, dass Mayfield diese verdiente Auszeichnung nicht erhalten hat. 

Nichtsdestotrotz gebührt jedem Gewinner großer Respekt, denn unverdient ist mit Sicherheit keine der Auszeichnungen. Deshalb noch einmal eine Auflistung der Gewinner der wichtigsten Auszeichnungen der letzten Nacht:

Wertvollster Spieler: Patrick Mahomes (Chiefs)

Bester Offensiv-Spieler: Patrick Mahomes (Chiefs)
Bester Defensiv-Spieler: Aaron Donald (Rams) 

Bester Offensiv-Rookie: Saquon Barkley (Giants)
Bester Defensiv-Rookie: Darius Leonard (Colts)

Comeback-Player des Jahres: Andrew Luck (Colts) 

Trainer des Jahres: Matt Nagy (Bears) 

Walter Payton-Mann des Jahres: Chris Long (Eagles) 

 

Damit zum Super Bowl, auf den wir alle lang hingefiebert haben und auf den sich alle Footballfans freuen. 
Die Patriots können sich mal wieder zum Champion krönen, wie so oft in den letzten Jahren. Tom Brady hat sein Können in den Playoffs wieder einmal unter Beweis gestellt. Jedoch war für mich das große Faustpfand der Pats tatsächlich das Laufspiel. Mit Sony Michel hat man sich, ähnlich wie die Browns mit Nick Chubb, einen jungen, hervorragenden Running Back im Draft gesichert, der in einem Spiel allein den Unterschied machen kann. Ihn gilt es zu stoppen, denn aus meiner Sicht haben die Rams keine Chance das Spiel zu gewinnen, wenn sie den Lauf der Patriots nicht gestoppt bekommen. Denn das Passspiel von Brady und Co. ist ohnehin unfassbar stark, beinahe nicht zu stoppen. Wenn zusätzlich dazu noch der Lauf funktioniert, werden die Patriots als Sieger hervorgehen. 

Man könnte meinen, das Spiel sei bereits entschieden. Weit gefehlt, die LA Rams haben eine der besten D-Lines der Liga. Jared Goff als jungen, innovativen Spielmacher, Todd Gurley als Läufer und mit Sean McVay ein absolutes Superhirn an der Seitenlinie. Das exzellente Playcalling, die explosiven Angriffe und das gute Personal können das Spiel ebenso entscheiden. Ein guter Mix aus Lauf und Pass wird für die Rams unheimlich wichtig sein, um den Patriots gefährlich zu werden. Anders herum muss die Defensive der Pats mit dem Wechsel der Spielzüge umgehen können und sowohl die Bälle von Goff und die Läufe von Gurley verteidigen. 

In diesem Sinne könnten die Voraussetzungen spannender nicht sein. Mit einem Offensivspektakel ist durchaus zu rechnen, weswegen dieser Super Bowl einer der Besten aller Zeiten werden könnte. 
Ich persönlich tippe auf einen knappen Sieg der Rams, da ich Sean McVay einige spekatkuläre Calls zutraue und glaube, dass Jared Goff seine Motivation in Leistung noch besser umsetzen wird, als Tom Brady. Selbstverständlich handelt es sich hier nur um einen Tipp, ich vertraue da einfach meinem Bauchgefühl.

Freuen wir uns also auf einen spektakulären Abend in Atlanta und auf geilen Football! Ich wünsche euch allen viel Spaß und Freude beim Zusehen! 

Bis dahin,

Kevin